Bist du von Veränderungen im Job betroffen? Dann lies genauer in dieses FCG/GPA informiert hinein, um mehr über das Thema „Betriebliches Übergangsmanagement“ zu erfahren. Ein Thema, das jede:n Arbeitnehmer:in interessieren sollte. Die Unternehmensleitung und natürlich der Betriebsrat sind gut beraten, dieses Thema am Schirm zu haben. Dazu war heute der renommierte Arbeits- und Organisationspsychologe Wilhelm Baier im Bundesvorstand der FCG/GPA zu Gast.
Das Alte gibt es nicht mehr, das Neue wissen wir noch nicht. Daher ist es umso wichtiger, aktiv zu gestalten und ein gutes Augenmerk auf die anstehenden Veränderungen zu legen.
Die Demografie zeigt uns, dass wir als Gesellschaft altern. Diese Entwicklung macht auch vor dem Arbeitsmarkt, den Unternehmen und den Betriebsratsteams nicht Halt. Umso wichtiger ist es, diese Wandlungsprozesse und Übergänge mit Augenmerk zu managen. Warum? Um die Arbeitsfähigkeit und Gesundheit zu fördern, Wissen zu sichern und die Beschäftigungsmotivation zu erhalten.
Augenscheinlich ist gerade die Gesundheit oftmals ein Thema, das besonders bei älter werdenden Arbeitnehmer:innen aufschlägt. Schon jetzt können sich mehr als drei von zehn Beschäftigten nicht vorstellen, gesund bis zur Pension durchzuhalten. Hier ist es wesentlich, dass Unternehmen alternsgerechte Arbeitsplätze schaffen.
Was versteht man unter Betrieblichem Übergangsmanagement?
Unter Betrieblichem Übergangsmanagement versteht man eine lebensphasenorientierte und generationenübergreifende Personalmanagementstrategie. Es handelt sich um einen Mitarbeiter:innenführungsansatz mit dem Ziel, Übergänge in den späteren Berufsphasen und insbesondere den Übergang vom Erwerbsleben in die Pension mit den Beschäftigten, dem Betrieb und der Gesellschaft gelingend zu gestalten.
Betriebliches Übergangsmanagement ist eine Mitarbeiter:innenführungsstrategie für produktives Arbeiten und gesundes Älterwerden. Das Übergangsgeschehen ist vielschichtig und erfordert auf mehreren Ebenen tätig zu werden. Spezifische Maßnahmen wie Führungstools, Angebote für Mitarbeitende und Multiplikator:innen unterstützen dabei.
Betriebliches Übergangsmanagement wird vom Dachverband der österreichischen Sozialversicherungsträger und Fonds Gesundes Österreich als ausgewählter wirksamer und erprobter Maßnahmenansatz angeführt.
Schauen wir uns die Details ein wenig genauer an:
Zwischen On- & Off-Boarding gibt es zahlreiche Übergänge: u.a. Einarbeitung, Verantwortungsübernahme, Karriere, Re-Organisation, Teamwechsel, Rückkehr nach Bildung/Karenz/Krankheit, gewandelte Leistungskapazitäten, Wissensweitergabe, Pension und ev. Silber-Karriere (= über die Pension hinaus).
Wandlungsprozesse und Übergangssituationen begleiten uns ein Arbeitsleben lang. Sie sind sensible Arbeits- und Lebensetappen mit Entwicklungschancen und Risiken und benötigen Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und Kenntnis. Insbesondere für jene in den späten Berufsphasen und im Übergang in die Pension. Dabei ist jede:r gefordert, die äußeren und inneren Wandlungsschritte aktiv mitzugestalten, damit gesundes produktives Arbeiten möglich bleibt.
Die Vielfalt an Übergängen ist daher sowohl durch Personalführungsverantwortliche als auch durch Selbstführungsverantwortung zu managen.
Wie Übergänge gelingen können:
| • Frühzeitige Thematisierung, einhergehend mit einer Enttabuisierung der späten Berufsphasen / Pension • Aktive Mobilisierung / Einbindung von Betroffenen & Beteiligten • Monitoring & Maßnahmen für Gesundheit und Arbeitsfähigkeit • Aktiver Wissenstransfer-Prozess • Unterstützung aktives Übergangs-Selbstmanagement – Ermutigung & Befähigung • Ausbau Führungskompetenzen in Übergangsphasen |
Beide, Unternehmen und Beschäftigte, haben ihre Hausaufgaben bei diesem Thema zu machen.
Wenn du noch tiefer in dieses Thema eintauchen möchtest, schau gerne auf die Website www.übergangsmanagement.at. Dort findest du auch Ansprechpersonen, die dich persönlich oder in deiner Rolle als Betriebsrat/Betriebsrätin beraten können.
Weitere Links:
| • Österreichische Netzwerk für BGF (Betriebliche Gesundheitsförderung) • AUVA – Alternsgerechte Arbeitsgestaltung • Gesunde Arbeit – Alternsgerechtes Arbeiten |
Vielleicht stehst du noch nicht kurz vor der Pension, aber vor deinem wohlverdienten Sommerurlaub. Dieser gehört gut geplant und die Zeit, in der du nicht am Arbeitsplatz bist, gut vorbereitet.
Der Koffer ist gepackt, der Urlaub beginnt – für viele Arbeitnehmer:innen heißt freie Zeit heute aber nicht automatisch Abschalten von der Arbeit. Zwischen Sonnenliegen, Familienzeit und Erholung warten berufliche E-Mails, Nachrichten und berufliche Anrufe.
Eine aktuelle Umfrage von karriere.at zeigt: 45 Prozent prüfen auch im Urlaub regelmäßig berufliche Nachrichten oder sind telefonisch erreichbar. Weitere 28 Prozent wollen zumindest für Notfälle erreichbar sein. Fast drei Viertel der Befragten sind damit während ihrer arbeitsfreien Zeit verfügbar.
Für die Gewerkschaft ist klar: Urlaub ist keine Verlängerung des Arbeitstages und keine versteckte Bereitschaftszeit. Beschäftigte haben ein Recht auf Erholung – ohne ständigen Druck, online sein zu müssen.
Freizeit ist keine Verhandlungssache – sie gehört den Arbeitnehmer:innen.
In diesem Sinne wünscht die FCG/GPA einen erholsamen Urlaub!