Kinderbetreuung darf kein Pensionsnachteil sein – Pensionssplitting im Überblick

Anna und Markus* teilen sich ihr Familienleben scheinbar gerecht auf. Während Markus voll erwerbstätig bleibt, reduziert Anna die Arbeitszeit, um sich um die gemeinsamen Kinder zu kümmern. Jahre später stellt sich die Frage, wie sich diese Entscheidung auf die Pension ausgewirkt hat. Was heute wie eine gemeinsame Lösung erscheint, kann morgen zu finanziellen Unterschieden führen. Genau hier setzt das Pensionssplitting an. Es ist eine Möglichkeit, die Verantwortung auch im Alter gerechter zu verteilen. *

Im folgenden Text geben wir euch einen kompakten Überblick über das freiwillige Pensionssplitting in Österreich. Dieses Instrument soll dazu beitragen, pensionsrechtliche Nachteile aus Zeiten der Kindererziehung innerhalb einer Partnerschaft auszugleichen.

Was ist Pensionssplitting?
Das Pensionssplitting ermöglicht es Eltern, unabhängig eines gemeinsamen Haushaltes, Pensionsgutschriften zwischen sich aufzuteilen. Der erwerbstätige Elternteil kann dabei bis zu 50 % seiner jährlichen Gutschriften (maximal bis zur Jahreshöchstbeitragsgrundlage. Diese liegt 2026 bei 97.020€) an jenen Elternteil übertragen, der sich überwiegend der Kinderbetreuung widmet. Der Elternteil, der einen Wert seiner Teilgutschrift abgibt, erhält dadurch eine geringere Pension.

Voraussetzungen
Voraussetzung ist, dass beide Elternteile noch keine Pension beziehen. Zudem können nur tatsächlich erworbene Pensionsgutschriften auf das Pensionskonto übertragen werden. Teilgutschriften für Versicherungszeiten wie bspw. wegen Arbeitslosen-, Kranken-, Wochen- oder Übergangsgeldbezuges, Präsenz- oder Zivildienst, Kindererziehung oder einer freiwilligen Versicherung sind nicht übertragbar. Eine Übertragung ist für die ersten 7 Jahre ab dem Jahr der Geburt des Kindes möglich.

Zielsetzung
Ziel des Pensionssplittings ist es, die eigenständige Alterssicherung insbesondere jener Person zu verbessern, die aufgrund von Kinderbetreuung ihre Erwerbstätigkeit reduziert oder unterbricht. Damit soll ein Beitrag zur Verringerung von Pensionsunterschieden innerhalb von Partnerschaften geleistet werden.

Vorteile
Das Modell ermöglicht einen individuellen Ausgleich innerhalb der Familie und stärkt die finanzielle Absicherung des betreuenden Elternteils. Es trägt zur Anerkennung von unbezahlter Care-Arbeit bei und kann insbesondere die Pensionssituation von Frauen verbessern.

Nachteile und Kritik
Für das Haushaltseinkommen insgesamt ergibt sich kein finanzieller Vorteil, da lediglich eine Umverteilung erfolgt. Zudem kann sich das Splitting im Falle einer Trennung nachteilig auswirken. . Die strukturellen Ursachen der Pensionslücke – wie Einkommensunterschiede oder Teilzeitbeschäftigungen – werden durch das Pensionssplitting nicht automatisch beseitigt.

FCG/GPA-Fazit
Das Pensionssplitting ist ein freiwilliges Instrument, das innerhalb stabiler Partnerschaften einen gewissen finanziellen (späteren) Ausgleich schaffen kann. Es stellt jedoch keine umfassende Lösung für bestehende Ungleichheiten in der Einkommensverteilung dar. Es ist aber ein Schritt in die richtige Richtung.

Weiterführende Informationen sowie Details zu den Voraussetzungen und zur Antragstellung findest du HIER

* Personen und Namen sind frei erfunden.